29. Juli 2026

Zirkoniumpulver CL2 oder CL3: Welche Variante passt zu Ihrer Anwendung?

Zirkoniumpulver CL2 oder CL3: Welche Variante passt zu Ihrer Anwendung?

Zirkoniumpulver wird in spezialisierten industriellen Prozessen eingesetzt, bei denen eine definierte Partikelgrößenverteilung, kontrollierte Reaktivität und reproduzierbare Materialeigenschaften entscheidend sind.

Einkäufer, Entwickler und Qualitätsverantwortliche stehen dabei häufig vor der Frage, worin sich Zirkoniumpulver Type 1 CL2 und Zirkoniumpulver Type 1 CL3 unterscheiden.

Beide Pulverqualitäten orientieren sich an der technischen Spezifikation MIL-Z-399D und weisen laut unseren vorliegenden Datenblättern dieselben chemischen Grenzwerte auf. Der wesentliche Unterschied liegt in der Partikelgrößenverteilung: CL2 besitzt eine obere Korngrenze von unter 177 µm, während CL3 vollständig unter 88 µm liegt.

Welche Variante für eine Anwendung geeignet ist, lässt sich jedoch nicht allein anhand der Frage „feiner oder gröber?“ beantworten.

Entscheidend sind der konkrete Prozess, die geforderte Reaktionscharakteristik, die Verarbeitung, die Sicherheitsanforderungen und die zugrunde liegende technische Spezifikation.

Zirkoniumpulver zwischen strategischer Bedeutung und anspruchsvoller Beschaffung

Die Beschaffung spezialisierter Metallpulver wird zunehmend von geopolitischen Entwicklungen, konzentrierten Rohstoffquellen und steigenden Anforderungen an belastbare Lieferketten geprägt.

Zirkonium rückte deshalb zuletzt auch auf politischer Ebene stärker in den Fokus. Die USA nahmen den Rohstoff 2025 in ihre Liste kritischer Mineralien auf.

Als ein Grund wurde eine potenzielle zentrale Schwachstelle innerhalb der Lieferkette genannt.

Der wichtigste wirtschaftliche Ausgangsstoff für Zirkonium ist das Mineral Zirkon, chemisch Zirkoniumsilikat.

Es wird überwiegend als Neben- oder Koppelprodukt aus Schwermineralsanden gewonnen. Gleichzeitig bildet Zirkon eine wichtige natürliche Quelle für Hafnium, das gemeinsam mit Zirkonium im Mineral vorkommt.

Zwischen dem gewonnenen Mineral und einem spezifizierten metallischen Zirkoniumpulver liegen mehrere anspruchsvolle Verarbeitungs-, Reinigungs- und Klassierungsschritte.

Für industrielle Einkäufer ist daher nicht nur entscheidend, ob der Ausgangsrohstoff grundsätzlich verfügbar ist.

Ebenso wichtig sind:

  • qualifizierte Verarbeitungs- und Aufbereitungskapazitäten
  • die zuverlässige Einhaltung chemischer Grenzwerte
  • definierte und reproduzierbare Partikelgrößenverteilungen
  • eine gleichbleibende Qualität zwischen unterschiedlichen Chargen
  • geeignete Prüf-, Liefer- und Chargendokumentationen
  • eine auf das Pulver abgestimmte Verpackung und Handhabung

Dass Produzenten langfristig in die Stabilität der Rohstoffversorgung investieren, zeigt unter anderem das im März 2026 freigegebene Zulti-South-Projekt von Rio Tinto. Die Investition soll die Versorgung des Standorts mit Zirkon, Rutil und Ilmenit bis weit in die kommenden Jahrzehnte absichern.

Von einem allgemeinen weltweiten Zirkonmangel kann aktuell allerdings nicht gesprochen werden.

Marktberichte aus dem Jahr 2025 beschrieben den übergeordneten Zirkonmarkt teilweise als verhalten und von zusätzlichem Angebot geprägt.

Gleichzeitig blieb die Nachfrage nach hochwertigen Qualitäten robust und überstieg bei einzelnen Anbietern zeitweise die verfügbare Liefermenge.

Für spezialisierte Pulverqualitäten ist nicht allein die geologische Verfügbarkeit des Ausgangsrohstoffs entscheidend. Spezifikationskonformität, Verarbeitungskapazitäten, Qualitätsprüfung, Dokumentation und die Zahl geeigneter Bezugsquellen können für die tatsächliche Versorgungssicherheit eine ebenso wichtige Rolle spielen.

Auch die langfristige technologische Bedeutung von Zirkonium bleibt hoch.

Der Werkstoff wird unter anderem in der Energieerzeugung, in Hitzeschutzsystemen, in hochbelastbaren Komponenten sowie in weiteren anspruchsvollen Technologiefeldern eingesetzt.

Daraus darf jedoch nicht automatisch geschlossen werden, dass Zirkoniumpulver CL2 oder CL3 für jede Anwendung innerhalb dieser Bereiche geeignet ist.

Die konkrete Eignung der Pulverklasse muss immer anhand der technischen Spezifikation und des jeweiligen Prozesses bewertet werden.

Zirkon, Zirkoniumoxid und Zirkoniumpulver: Was ist der Unterschied?

Die Begriffe Zirkon, Zirkoniumoxid und Zirkoniumpulver werden gelegentlich miteinander verwechselt. Für die technische Beschaffung ist eine klare Abgrenzung wichtig.

  • Zirkon ist ein natürlich vorkommendes Mineral mit der chemischen Formel ZrSiO4. Es bildet einen wichtigen wirtschaftlichen Ausgangsstoff für die Gewinnung von Zirkonium.
  • Zirkoniumoxid, häufig auch Zirconia genannt, besitzt die chemische Formel ZrO2. Es handelt sich um eine keramische Verbindung mit anderen Eigenschaften und Einsatzbereichen als metallisches Zirkonium.
  • Zirkoniumpulver besteht aus metallischem Zirkonium in Pulverform. Abhängig von Korngröße, Zusammensetzung, Oberfläche und Prozessbedingungen kann es eine ausgeprägte Reaktivität aufweisen.

Bei den Pulvern Type 1 CL2 und Type 1 CL3 handelt es sich um definierte metallische Zirkoniumpulverqualitäten nach MIL-Z-399D.

Zusätzlich bieten wir reines Zirkoniumpulver für weitere industrielle und wissenschaftliche Anforderungen an.

Was bedeutet MIL-Z-399D Type 1 CL2 beziehungsweise CL3?

MIL-Z-399D ist die technische Spezifikation, nach der die beiden Zirkoniumpulver eingeordnet werden. In unseren Sortiment werden sie als:

  • Zirkoniumpulver Type 1 CL2
  • Zirkoniumpulver Type 1 CL3

geführt.

Die Klassen definieren unterschiedliche Anforderungen an die Siebanalyse und damit an die Partikelgrößenverteilung.

Die chemischen Grenzwerte für beide Varianten sind identisch. Der klar belegbare Hauptunterschied zwischen CL2 und CL3 liegt somit in der Korngrößenklasse.

Die Bezeichnung sollte bei einer Anfrage möglichst vollständig angegeben werden. Die allgemeine Angabe „Zirkoniumpulver“ reicht häufig nicht aus, da bereits innerhalb derselben Spezifikation unterschiedliche Klassen und Partikelgrößenverteilungen verfügbar sein können.

Zirkoniumpulver CL2: Spezifikation und Partikelgrößenverteilung

Das Zirkoniumpulver Type 1 CL2 besitzt eine Partikelgrößenverteilung unter 177 µm.

Siebanalyse von CL2

  • 100 % unter 177 µm
  • mindestens 98 % unter 149 µm
  • maximal 50 % unter 74 µm
  • maximal 25 % unter 44 µm
  • maximal 2 % unter 10 µm

Damit weist CL2 im Vergleich zu CL3 eine breitere und insgesamt gröbere Partikelgrößenverteilung auf.

Gleichzeitig wird der sehr feine Anteil unter 10 µm auf maximal 2 % begrenzt.

Diese Kombination kann für Prozesse relevant sein, bei denen neben einer definierten Reaktionscharakteristik auch die Dosierbarkeit, das Mischverhalten und eine Begrenzung sehr feiner Partikel entscheidend sind.

Ob CL2 im konkreten Prozess die richtige Wahl ist, muss anhand der Anwendung und der geforderten Verarbeitungs- beziehungsweise Reaktionseigenschaften geprüft werden.

Chemische Grenzwerte von CL2

  • Zr + Hf: mindestens 96,0 %
  • Eisen: maximal 0,30 %
  • Calcium: maximal 0,05 %
  • Aluminium: maximal 0,10 %
  • Chlor: maximal 0,03 %
  • Wasserstoff: maximal 0,20 %
  • Silizium: maximal 0,10 %
  • Zinn: maximal 0,75 %

Zirkoniumpulver CL3: Spezifikation und Partikelgrößenverteilung

Das Zirkoniumpulver Type 1 CL3 besitzt die feinere Partikelgrößenklasse. Seine Partikelgrößenverteilung liegt vollständig unter 88 µm.

Siebanalyse von CL3

  • 100 % unter 88 µm
  • mindestens 98 % unter 74 µm
  • maximal 10 % unter 20 µm

CL3 enthält damit keine Partikel oberhalb von 88 µm. Mindestens 98 % der Partikel liegen unter 74 µm. Die Gesamtkörnung ist somit deutlich feiner als bei CL2.

Die feinere Partikelverteilung kann für Anwendungen relevant sein, bei denen eine gleichmäßige Verteilung, eine größere spezifische Oberfläche oder eine gezielt abgestimmte Reaktionscharakteristik gefordert sind.

Gleichzeitig können feinere Metallpulver höhere Anforderungen an Lagerung, Dosierung, Arbeitsschutz und Prozesskontrolle stellen.

Chemische Grenzwerte von CL3

Für CL3 gelten dieselben aufgeführten chemischen Grenzwerte wie für CL2:

  • Zr + Hf: mindestens 96,0 %
  • Eisen: maximal 0,30 %
  • Calcium: maximal 0,05 %
  • Aluminium: maximal 0,10 %
  • Chlor: maximal 0,03 %
  • Wasserstoff: maximal 0,20 %
  • Silizium: maximal 0,10 %
  • Zinn: maximal 0,75 %

Zirkoniumpulver CL2 und CL3 im direkten Vergleich

Merkmal
Zirkoniumpulver CL2
Zirkoniumpulver CL3
Spezifikation
MIL-Z-399D
MIL-Z-399D
Klassifizierung
Type 1 CL2
Type 1 CL3
Partikelgrößenverteilung
< 177 µm
< 88 µm
Gröbste Fraktion
100 % < 177 µm
100 % < 88 µm
Anteil unter 74 µm
max. 50 %
mindestens 98 %
Begrenzter Feinanteil
max. 2 % < 10 µm
max. 10 % < 20 µm
Zr + Hf
mindestens 96,0 %
mindestens 96,0 %
Verpackung
2,5-kg-PE-Flaschen
2,5-kg-PE-Flaschen
Grundsätzliche Einordnung
breitere und gröbere Verteilung
feinere und engere Verteilung

Der Vergleich zeigt: CL3 ist nicht grundsätzlich eine bessere Version von CL2. Beide Klassen erfüllen unterschiedliche Anforderungen.

Die Auswahl muss sich nach dem tatsächlichen Prozess und der vorgegebenen Spezifikation richten.

CL2 kann sinnvoll sein, wenn eine breitere Verteilung und ein besonders stark begrenzter Anteil unter 10 µm benötigt werden.

CL3 kommt dagegen infrage, wenn eine feinere Gesamtkörnung mit mindestens 98 % unter 74 µm gefordert ist.

Wie beeinflusst die Partikelgrößenverteilung die Anwendung?

Bei metallischen Pulvern beeinflusst die Korngröße nicht nur die Dosierung und Verarbeitung.

Sie wirkt sich auch auf die spezifische Oberfläche, das Mischverhalten, die Packung der Partikel und die Reaktionscharakteristik aus.

Spezifische Oberfläche und Reaktivität

Je kleiner die Partikel sind, desto größer ist ihre Oberfläche im Verhältnis zum Volumen. Dadurch kann ein feineres Pulver stärker oder schneller mit seiner Umgebung beziehungsweise mit anderen Bestandteilen eines Systems reagieren.

Bei CL3 ist aufgrund der feineren Gesamtkörnung grundsätzlich mit einem anderen Reaktionsverhalten als bei CL2 zu rechnen.

Die tatsächliche Wirkung hängt jedoch zusätzlich von der Rezeptur, der Verdichtung, der Temperatur, der umgebenden Atmosphäre und weiteren Prozessparametern ab.

Dosierbarkeit und Mischverhalten

Gröbere oder breiter verteilte Pulver lassen sich in bestimmten Prozessen leichter dosieren und handhaben.

Sehr feine Pulver können dagegen stärker zur Agglomeration neigen und höhere Anforderungen an geschlossene Dosier- und Verarbeitungssysteme stellen.

Die Wahl zwischen CL2 und CL3 sollte deshalb nicht isoliert anhand eines einzelnen Grenzwerts erfolgen.

Die gesamte Partikelgrößenverteilung und ihre Wirkung innerhalb des konkreten Prozesses sind entscheidend.

Reproduzierbarkeit und Chargenkonstanz

Für Anwendungen mit engen Prozessfenstern ist eine gleichbleibende Partikelgrößenverteilung besonders wichtig.

Abweichungen zwischen unterschiedlichen Chargen können unter anderem Einfluss auf folgende Faktoren haben:

  • Reaktionszeit und Reaktionsintensität
  • Wärmeentwicklung
  • Mischungsverhalten
  • Dosiergenauigkeit
  • Verdichtung und Packungsverhalten
  • Qualität und Reproduzierbarkeit des Endprodukts

Ein technisches Datenblatt bildet daher die Grundlage für die Vorauswahl, ersetzt aber nicht die Bemusterung und Freigabe innerhalb des eigenen Prozesses.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Fachartikel über den Einfluss der Korngröße von Metallpulvern.

Typische Anwendungen von Zirkoniumpulver CL2 und CL3

Die Kombination aus definierter Partikelgröße und reaktivem Metall macht CL2 und CL3 für spezialisierte industrielle Anwendungen interessant.

Besonders relevant sind Prozesse, bei denen eine kontrollierte Energieabgabe, eine reproduzierbare Reaktion oder die Einhaltung enger technischer Spezifikationen erforderlich ist.

Pyrotechnische Funktionskomponenten und Signaltechnik

Zirkoniumpulver kann aufgrund seiner Reaktivität intensive Wärme- und Lichtwirkungen erzeugen.

Dadurch eignet es sich grundsätzlich für pyrotechnische Funktionskomponenten, Signalgeber und weitere Systeme, in denen eine definierte und reproduzierbare Energieabgabe benötigt wird.

Für verantwortliche Entwickler, Einkäufer und Qualitätsmanager stehen dabei insbesondere folgende Anforderungen im Mittelpunkt:

  • definierte Reaktionscharakteristik
  • reproduzierbare Reaktionszeit
  • kontrollierte Partikelgrößenverteilung
  • gleichbleibende chemische Zusammensetzung
  • zuverlässige Chargen- und Prüfdokumentation
  • geeignete Verpackung und sichere Handhabung

CL3 kann aufgrund der feineren Gesamtkörnung für Anwendungen relevant sein, bei denen ein gezielt abgestimmtes und homogenes Reaktionsverhalten gefordert ist.

CL2 bietet dagegen eine gröbere Verteilung mit einem auf maximal 2 % begrenzten Anteil unter 10 µm.

Die endgültige Auswahl muss immer auf Grundlage der freigegebenen Spezifikation und der praktischen Prüfung im jeweiligen System erfolgen.

Präzise Zünd- und Initiatorsysteme

In regulierten Zünd- und Initiatorsystemen können bereits geringe Unterschiede bei der Pulververteilung das Prozess- und Reaktionsverhalten beeinflussen. Deshalb reicht die allgemeine Angabe „Zirkoniumpulver“ bei der Beschaffung nicht aus.

Relevante Angaben sind unter anderem:

  • Type und Class der benötigten Pulverqualität
  • vollständige Siebanalyse
  • zulässiger Feinanteil
  • chemische Mindest- und Höchstwerte
  • geforderte Reaktionscharakteristik
  • eingesetzte Bindemittel oder Trägermaterialien
  • Prüf-, Dokumentations- und Rückverfolgbarkeitsanforderungen

Der Vergleich zwischen CL2 und CL3 unterstützt die technische Vorauswahl.

Die finale Freigabe muss jedoch immer innerhalb des jeweiligen Systems und unter Berücksichtigung der geltenden Sicherheits- und Prozessvorgaben erfolgen.

Luft- und Raumfahrt

In der Luft- und Raumfahrt werden Werkstoffe und Pulverqualitäten für Komponenten benötigt, die unter anspruchsvollen thermischen, mechanischen und chemischen Bedingungen zuverlässig funktionieren.

Bei der Auswahl eines Zirkoniumpulvers sind die konkrete Bauteilfunktion, die Weiterverarbeitung und die zugrunde liegende Spezifikation entscheidend.

Die allgemeine technologische Bedeutung des Elements Zirkonium darf nicht mit einer pauschalen Eignung jeder Pulverklasse für alle Anwendungen gleichgesetzt werden.

Sintertechnologie und Präzisionsbauteile

Definierte Pulververteilungen sind auch für Sinterprozesse und Sinterformteile relevant. Sie beeinflussen unter anderem die Packung des Pulvers, die Verdichtung und die Homogenität des Ausgangsmaterials.

CL2 und CL3 können abhängig vom gewünschten Prozessfenster für hochspezialisierte Sinter- oder Pressprozesse geprüft werden. Dabei müssen Pulverklasse, Pressdruck, Temperaturführung, Atmosphäre und Bauteilgeometrie aufeinander abgestimmt sein.

Die alleinige Einhaltung der oberen Korngrenze reicht für eine abschließende Eignungsbewertung nicht aus. Zusätzlich können beispielsweise Kornform, Schüttdichte, Sauerstoffgehalt und Verdichtungsverhalten relevant sein.

Additive Fertigung

Zirkoniumpulver kann grundsätzlich auch für ausgewählte Verfahren der additiven Fertigung geprüft werden.

Die Eignung von CL2 oder CL3 für ein konkretes Fertigungssystem lässt sich jedoch nicht allein aus der oberen Korngrenze ableiten.

Weitere wichtige Kriterien sind:

  • Kornform und Morphologie
  • Fließfähigkeit
  • Schütt- und Klopfdichte
  • Sauerstoff- und Fremdstoffgehalt
  • eingesetztes Fertigungsverfahren
  • Anlagen- und Prozessparameter
  • Schutzatmosphäre
  • Sicherheits- und Handhabungskonzept

Vor dem Einsatz muss deshalb geprüft werden, ob die jeweilige Pulverqualität für das verwendete System und das geplante Bauteil qualifiziert werden kann.

Oberflächenbeschichtungen und Spezialprozesse

Zirkoniumpulver kann außerdem für ausgewählte Oberflächenbeschichtungen und industrielle Spezialprozesse in Betracht kommen.

Dabei können die Partikelgrößenverteilung, das Temperaturverhalten und die chemischen Eigenschaften eine wichtige Rolle spielen.

Allgemeine Eigenschaften von massivem Zirkonium lassen sich jedoch nicht automatisch auf ein konkretes Pulver oder eine daraus hergestellte Beschichtung übertragen. Entscheidend sind die vollständige Materialcharakterisierung und die Prüfung innerhalb des vorgesehenen Beschichtungs- oder Fertigungsprozesses.

Welche Angaben sollten Einkäufer bei einer Anfrage machen?

Je genauer die Anfrage formuliert ist, desto schneller kann geprüft werden, welche Pulverklasse für die vorgesehene Anwendung geeignet und verfügbar ist.

Folgende Angaben sollten möglichst enthalten sein:

  • Produktklasse: Type 1 CL2 oder Type 1 CL3
  • Spezifikation: MIL-Z-399D
  • konkrete Anwendung: beispielsweise Signaltechnik, Zündsystem, Sinterprozess oder Beschichtung
  • gewünschte Partikelgrößenverteilung
  • benötigte Menge
  • einmaliger oder regelmäßiger Bedarf
  • Anforderungen an Prüfzeugnisse und Chargendokumentation
  • zulässige chemische Grenzwerte
  • Verpackungs- und Lieferanforderungen
  • gewünschter Lieferzeitraum

Eine frühzeitige Abstimmung ist insbesondere bei qualifizierungs-, prüf- oder dokumentationsintensiven Projekten sinnvoll. Sie reduziert das Risiko, dass eine grundsätzlich passende Metallart aufgrund einer ungeeigneten Pulverklasse, Partikelverteilung oder Dokumentation nicht im vorgesehenen Prozess eingesetzt werden kann.

Häufige Fragen zu Zirkoniumpulver CL2 und CL3

Der wichtigste Unterschied liegt in der Partikelgrößenverteilung. CL2 liegt vollständig unter 177 µm, CL3 vollständig unter 88 µm. CL3 ist damit die feinere Pulverklasse.

In unseren Datenblättern finden Sie für beide Varianten dieselben chemischen Mindest- und Höchstwerte. Dazu gehören mindestens 96,0 % Zr + Hf sowie definierte Grenzwerte für Eisen, Calcium, Aluminium, Chlor, Wasserstoff, Silizium und Zinn.

CL3 weist die feinere Partikelverteilung und damit eine größere Oberfläche auf. Dies kann das Reaktionsverhalten beeinflussen. Die tatsächliche Reaktivität hängt jedoch ebenfalls von Rezeptur, Verdichtung, Atmosphäre und Prozessbedingungen ab.

Nein. Ein feineres Pulver kann Vorteile bei bestimmten Reaktions- und Mischprozessen bieten, stellt aber häufig auch höhere Anforderungen an Dosierung, Lagerung und Handhabung. Die richtige Klasse hängt von der Anwendung ab.

Es handelt sich um die Klassifizierung innerhalb der technischen Spezifikation MIL-Z-399D. Sie werden als Type 1 Class 2 beziehungsweise Type 1 Class 3 geführt.

Nein. Zirkon ist ein natürliches Zirkoniumsilikat und ein wichtiger Ausgangsrohstoff. Zirkoniumpulver besteht aus metallischem Zirkonium in Pulverform.

Wir bieten neben Type 1 CL2 und Type 1 CL3 auch reines Zirkoniumpulver für weitere industrielle Anforderungen an.

Fazit: Nicht die feinste, sondern die passende Pulverklasse entscheidet

Zirkonium gewinnt durch seine Bedeutung für Energie, Luft- und Raumfahrt sowie weitere anspruchsvolle und sicherheitskritische Hochtechnologien wirtschaftlich und strategisch an Relevanz.

Gleichzeitig muss zwischen der allgemeinen Verfügbarkeit des Ausgangsrohstoffs Zirkon und der Beschaffung einer spezifikationskonformen Zirkoniumpulverqualität unterschieden werden.

Für Zirkoniumpulver Type 1 CL2 und Type 1 CL3 liegt der klar belegte Hauptunterschied in der Partikelgrößenverteilung:

  • CL2: vollständig unter 177 µm
  • CL3: vollständig unter 88 µm

Beide Varianten weisen laut den vorliegenden Datenblättern dieselben aufgeführten chemischen Grenzwerte auf.

Welche Klasse geeignet ist, hängt deshalb vor allem vom Prozess, der gewünschten Reaktionscharakteristik, der Dosierung, den Dokumentationsanforderungen und der technischen Freigabe ab.

Eine frühzeitige Abstimmung mit einem erfahrenen Metallpulverpartner hilft dabei, Fehlbeschaffungen, unnötige Bemusterungsrunden und Verzögerungen in qualifizierungsintensiven Projekten zu vermeiden.

Einen Überblick über die verfügbaren Varianten finden Sie auf unserer Kategorieseite für Zirkoniumpulver für Industrie und Forschung.

Quellen und weiterführende Informationen

Den richtigen Anbieter für Zirkoniumpulver finden

Bei Zirkoniumpulver entscheidet nicht allein der Preis darüber, ob ein Angebot zur jeweiligen Anwendung passt.

Ebenso wichtig sind die korrekte Pulverklasse, eine definierte Partikelgrößenverteilung, nachvollziehbare Qualitätsdaten, geeignete Verpackungsbedingungen und eine zuverlässige Beschaffung.

Gerade bei anspruchsvollen und stark spezifizierten Anwendungen kann eine ungeeignete Pulverqualität zu zusätzlichen Bemusterungen, Verzögerungen oder kostspieligen Fehlkäufen führen.

Deshalb sollte ein Anbieter die benötigte Spezifikation nicht nur liefern, sondern die Anforderungen des jeweiligen Prozesses verstehen und fachlich einordnen können.

Warum NMD der richtige Partner für Ihre Beschaffung ist

Als inhabergeführtes Familienunternehmen verfügt NMD Metalpowders über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Herstellung, Verarbeitung und Beschaffung von Metallpulvern.

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  • Unabhängige Beschaffung: Durch unser internationales Lieferantennetzwerk sind wir nicht auf die Produkte eines einzelnen Herstellers beschränkt.
  • Technisches Know-how: Wir berücksichtigen neben der Korngröße auch Verarbeitung, Lagerung, Schutzmaßnahmen und Dokumentationsanforderungen.
  • Flexible Lösungen: Wir prüfen Beschaffungsmöglichkeiten passend zu Ihrem Bedarf und der benötigten Menge.
  • Qualität und Diskretion: Gleichbleibende Pulverqualität, verlässliche Abstimmung und der vertrauliche Umgang mit Ihren Projektdaten stehen für uns im Mittelpunkt.

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Nadine Rajner, Ansprechpartnerin bei New Material Development GmbH

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